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Analytics

Google Analytics vs. Mamoto – Welches ist das bessere Webanalyse-Tool?

von Lukas Trubnyj

Neben einem schlüssigen Konzept, einem ansprechenden Design und wertvollen Inhalten sind nach dem Launch einer Kanzleiwebsite auch sog. Nutzungsstatistiken von Interesse. Denn Nutzungsstatistiken geben Auskunft darüber, ob eine Kanzleiwebsite eine „gute“ Website oder eine nicht so gute Website ist – vor allem aus Suchmaschinensicht, aber natürlich auch aus Nutzersicht.

Mittlerweile gibt es eine nicht unerhebliche Zahl an kostenpflichtigen wie kostenlosen Webanalyse-Tools, die dem Webmaster allerhand Informationen bereitstellen. Unter den kostenlosen Tools sind vor allem Google Analytics und Mamoto (ehemals PIWIK) sehr stark verbreitet. Deswegen wollen wir in diesem Artikel diese beiden Tools vorstellen und die wesentlichen Unterschiede aufzeigen.

Google Analytics

Google ist nicht nur der Marktführer unter den Suchmaschinen, sondern auch in der Webanalyse. Aktuell wird das Tool Google Analytics für etwa 50 bis 80 Prozent aller Websites verwendet und ist in 31 verschiedenen Sprachen verfügbar. Es wird vor allem die Herkunft der User sowie ihr Verhalten auf der Internetseite analysiert.

Wichtige erhobene Informationen sind zum Beispiel:

  • Anzahl der Besucher insgesamt
  • Anzahl einmaliger Besucher
  • Sitzungsdauer
  • Absprungrate
  • Verhaltensfluss
  • Nutzung von Medien
  • Besucherquellen und Kampagnentracking (z. B. Google Adwords)

Diese und weitere Daten lassen sich einzeln anzeigen, aber auch gezielt miteinander kombinieren. So können umfangreiche Berichte erstellt werden, die als Report oder als Dokumentation vorangegangener Optimierungsansätze verwendet werden können. Zudem können die Besucherströme in Echtzeit angesehen und der Traffic auch in Bezug auf einzelne Zielgruppen untersucht werden. Dadurch sind granulare Auswertungen zur Herkunft, zum Betriebssystem des Users, zum verwendeten Gerät und sogar zur Bildschirmauflösung möglich.

Zudem lässt sich Analytics mit weiteren Diensten wie Google AdWords, der Google Search Console und den sozialen Netzwerken verknüpfen. Dadurch ist es einerseits möglich, die Daten in Google Analytics durch zusätzliche Informationen anzureichern, andererseits können bestimmte Daten, die von Google Analytics bereitgestellt werden, in den verknüpften Tools selbst genutzt werden.

Diese Fülle an Daten und Detailtiefe lässt das Herz jedes Seitenbetreibers höherschlagen, aber genau hier liegt auch der größte Kritikpunkt: Datenschützer weisen immer wieder auf die Problematik der Datenspeicherung in den USA und dem damit verbundenen relativ schwachen Datenschutz hin. Durch die vorhandenen Möglichkeiten der Datenanalyse in Verbindung mit einem Anmeldeprozess kann ein vollständiges Nutzerprofil eines Users erstellt werden. Aus diesem Grund ist die Nutzung des Tools in Deutschland nur mit einer Anonymisierung der Nutzer-IP zulässig. Außerdem muss ein gesonderter Vertrag mit Google abgeschlossen und in der Datenschutzerklärung auf die Nutzung von Analytics hingewiesen werden.

Mamoto

Mamoto wurde im Jahr 2009 unter dem Namen PIWIK gelauncht und stellt eine Open-Source-Alternative zu Google Analytics dar. Der Grundumfang der erhobenen Informationen bei Mamoto ist dem von Google Analytics sehr ähnlich. Es lassen sich sowohl Informationen wie Seitenaufrufe, Zielgruppenanalysen sowie Besucherquellen analysieren.

Der wesentliche Unterschied zum Tool von Platzhirsch Google lässt sich vor allem in der Datenqualität und im Datenschutz feststellen. Im Gegensatz zu Analytics hat der Einsatz von AdBlockern keinen Einfluss auf die Nutzerstatistiken, da sich Mamoto als Open-Source-Projekt in einer White List befindet. Außerdem werden Bots, die einen signifikanten Anteil am gesamten Traffic im Internet ausmachen, bereits in den Grundeinstellungen sehr gut herausgefiltert. Allein diese beiden Punkte tragen bereits zu einer sehr hohen Datenqualität bei, ohne dass hierfür, wie bei Google Analytics, (teilweise recht komplexe) Einstellungen vorgenommen werden müssen.

In Sachen Datenschutz hat Mamoto ebenfalls die Nase vorne: Im Gegensatz zu Analytics werden die Daten nicht auf Servern in den USA, sondern auf dem eigenen Server gespeichert. Dadurch hat der Seitenbetreiber die volle Kontrolle über die Nutzerdaten. Eine Verschlüsselung der IP ist ebenfalls notwendig, kann aber problemlos durchgeführt werden.

So stellt Mamoto, bezogen auf die DSGVO und die in der Zukunft folgende E-Privacy-Verordnung, aktuell die bessere Alternative dar.

Mamoto ernstzunehmender Konkurrent von Google Analytics

Insgesamt punktet Mamoto mit hoher Datenqualität, dem großen Umfang an Daten sowie mit einem deutlich besseren Datenschutz. Damit kann sich Mamoto klar vor Google Analytics positionieren. Google hingegen trumpft mit der Möglichkeit, weitere Tools wie AdWords und die Search Console zu verknüpfen. Aktuell steht hier vor allem der Datenschutz auf eher wackeligen Beinen, aber als Marktführer wird Google dafür mit Sicherheit auch eine zufriedenstellende Lösung finden.

Durch die sehr gute Bedienbarkeit und unzähligen Artikel zu nahezu allen Funktionen von Google Analytics hat Google trotz der geringeren Datenqualität bei den Betreibern kleiner und großer Websites die Nase vorn. Mamoto holt jedoch auf und könnte in naher Zukunft zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten heranwachsen.

Foto: Fotolia.de/artinspiring

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