Modellfiguren mit Lupe - bildlich für SEO und Suche der Zielgruppe im Kanzleimarketing

Kanzleiwebsite: Was will Google? Was der Nutzer will!

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist eine Wissenschaft für sich. Soweit so gut. Es wird diskutiert und diskutiert, SEO-Experten:innen aus der ganzen Welt hängen förmlich an den Lippen von John Müller (Webmaster Trends Analyst bei Google), wenn er über diverse Kanäle öffentliche Äußerungen zum Google-Algorithmus macht. Es wird interpretiert, teils werden komplexe Rückfragen gestellt – wie gesagt, eine Wissenschaft für sich.

Aber ist es der richtige Ansatz, sich bei der Gestaltung und Umsetzung einer Website immer (nur) zu fragen, ob dies oder das gut für Google ist?

Welche SEO- bzw. Ranking-Faktoren gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man SEO-Maßnahmen auf einer Website (= Onpage-SEO) und außerhalb einer Website (= Offpage-SEO). Wir konzentrieren uns in diesem Beitrag auf die Maßnahmen auf der eigenen Kanzleiwebsite.

Zu den wichtigen Faktoren zählen technische Aspekte, wie z. B.

  • fehlerfreie Programmierung
  • gute Indexierbarkeit der Seiteninhalte
  • kurze Ladezeiten
  • Responsive Design für eine optimale Darstellung der Inhalte auf Mobilgeräten
  • gute (interne) Linkstruktur
  • SSL-Verschlüsselung

Daneben sind aber auch andere Faktoren für eine gute Onpage-SEO-Optimierung wichtig, wie z. B.

  • (einzigartige) Texte in einer bestimmten Länge
  • Zwischenüberschriften in den Texten / Textgliederung (Textstruktur)
  • Themenfokussierung der einzelnen Inhalte und des gesamten Website-Contents mithilfe von ausgesuchten Keywords (Domain, Keyworddichte etc.)
  • Meta-Texte
  • verschiedene Medien (Text, Bilder, Videolinks etc., sog. rich /mixed media)
  • aktuelle Inhalte, z. B. mithilfe eines aktuellen Blogs auf der Website

All diese Faktoren kann und sollte man grundsätzlich bei der Planung und Umsetzung einer SEO-optimierten Kanzleiwebsite bedenken, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Dabei setzen sich die hier genannten Faktoren wiederum aus unterschiedlichen Aspekten zusammen, an die wiederum eigene Anforderungen gestellt werden.

Will man all das richtig machen und beachten, wird die Planung und Umsetzung einer Kanzleiwebsite zu einem sehr komplexen und nicht selten sehr kostspieligen Unterfangen. Vor allem in einem starken Konkurrenzumfeld, also in wettbewerbsstarken Rechtsgebieten in Großstädten, kann das Sinn machen. In kleineren Städten kann es hingegen schon mit Kanonen auf Spatzen geschossen sein, alles nach Lehrbuch machen zu wollen. Wenig(er) SEO-Aufwand kann in einem nicht so starken Wettbewerbsumfeld schon ausreichend sein.

Und nicht zuletzt kann man sich auch fragen, ob die Beachtung all dieser Faktoren zwar zu SEO-Erfolg, aber zugleich zu einer wenig „menschenfreundlichen“ Website führt.

Und was sagt der SEO-Papst John Müller dazu?

Auch John Müller hat sich kürzlich (Anfang Januar 2021) zu diesem Thema geäußert. Allerdings twitterte er nicht selbst, sondern kommentierte den Post einer SEO-Expertin auf Twitter.

Sie schrieb:

“…kann es sein, dass die Diskussion, was ein von Google bestätigter Rankingfaktor ist und was nicht, langsam etwas überholt ist? Google äußert sich doch schlichtweg nicht klar zu den meisten Rankingfaktoren. Meiner Meinung nach sollte man einfach die Dinge, die gut für den Nutzer sind, als Rankingfaktor betrachten.“

Die kurze, aber bündige Antwort von John Müller:

„Das ist eine hervorragende Strategie“.

Machen Sie eine gute Website für Ihre Wunsch­mandanten:innen

Natürlich gibt es eine ganze Menge Lehrbuch-Faktoren, die man berücksichtigen sollte, wenn man eine SEO-optimierte Website erstellen will. Das ist unbestritten und auch wir beachten diese Vorgaben, wenn wir für Kanzleien Websites realisieren. Das ist allerdings auch kein Widerspruch zur Aussage der SEO-Expertin auf Twitter: Denn die meisten – auch der oben aufgeführten – Rankingfaktoren sind nicht nur SEO-Faktoren, sondern dienen auch und vor allem der Nutzer­freund­lichkeit. Website­besucher schätzen Websites, die schnell laden, übersichtlich und leicht zu bedienen sind und: informativ zu dem Thema, das man gesucht hat.

Letztlich gilt es also bei der Planung einer suchmaschinen­optimierten Kanzlei­website, sich nicht zu sehr in technischen Details und Formeln festzubeißen. Fragen Sie sich stattdessen besser: Wer ist mein Wunschmandant:in? Welche Fragen stellt sich diese Person? Welche Themen sind für diese Person relevant? Welche (konkreten) Angebote kann ihr machen, um ihr zu helfen.

Hat man das für sich ermittelt, sollte man alle Inhalte in ein übersichtliches Layout verpacken und für eine saubere technische Programmierung für Desktop und mobile Endgeräte sorgen.

Wenn man so

  • die Bedürfnisse von Wunschmandanten:innen bei der Planung einer Kanzleiwebsite in den Fokus stellt,
  • dann eine Agentur Ihre Website gut strukturiert und technisch sauber umsetzt und
  • Sie Ihre Website dauerhaft mit relevanten Inhalten aktuell halten,

machen Sie schon viel richtig, was andere nicht (richtig) machen. Und allein das führt nicht selten schon zu nicht unbeachtlichen Erfolgen.

Denn Google wird immer besser darin, Nutzerbedürfnisse im Algorithmus umzusetzen und (über-)optimierte, konstruierte und wenig informative Websites zu entlarven.

Foto: Adobe Stock/©alphaspirit