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Inzwischen ist es fast schon gute alte Tradition, dass ich Ihnen im Namen des ganzen Kanzleimarketing.de-Teams vor Weihnachten und vor Ostern ein frohes Fest wünsche. Und keine Sorge – das werden wir auch dieses Jahr so halten.

Aber dieses Jahr will ich den Fokus ein wenig anders setzen. Denn ich gehe davon aus, dass Sie alle einen Monat hinter sich haben, der vermutlich enorm viel auf den Kopf gestellt hat. Vermutlich hatten Sie alle Hände voll zu tun, sich auf die neue Situation einzustellen – Ihre Kanzlei, Ihre Familien. Vermutlich gehören Sie auch zu den vielen Kollegen, denen sehr plötzlich neue Mandatsanfragen oft fast vollständig weggebrochen sind und die sich hoffentlich bald wiedereinstellen.

Ich will von einer Freundin berichten. Sie hat in München-Giesing eine mit viel Herzblut betriebene kleine Gastronomie, die Sie mit viel Engagement über Jahre aufgebaut hat. Ein Wohnzimmer für ein ganzes Viertel. Anfang des Jahres lief es nun so, wie man es sich wünscht – mit vielen Stammgästen und viel Arbeit natürlich. Konzept: nicht geplant, nicht vollständig durchdacht, aber erfolgreich gewachsen mit den Jahren, vieles „on the job“ entstanden, aber es lief gut. Und dann kam Corona.

Das Lokal geschlossen, von jetzt auf gleich keine Einnahmen mehr, aber Kosten und viel freie Zeit. Statt sich in die leeren Gasträume zu setzen und mit Ihrem Schicksal zu hadern, machte sie drei Tage zu, um sich zu sammeln. Statt nur abends zu öffnen, öffnet sie nun ab mittags bis zum Abendessen – statt servieren am Tisch alles „to go“. Alles neu, alles ungewohnt. Natürlich gab es Umstellungsschwierigkeiten: welche Gerichte in welcher Verpackung? Wann die Karte wechseln? Spezielle Angebote für Kinder? Aber seit Tag 1 des neuen Betriebs nutzt sie diese Phase auch, um zu überlegen, ob der Weg der richtige ist, den sie eingeschlagen hat. Sie nutzt die Phase, um zu überlegen, wen sie mit ihrem Angebot ansprechen will, wie ihre Speisekarte in Zukunft aussehen soll. Und sie blickt positiv in die Zukunft. Und es funktioniert: Kunden kommen – alte Kunden, neue Kunden. Sie wird die Krise überstehen und dann gestärkt aus allem heraus gehen.

Und das macht Mut: Sie ist ein gutes Beispiel für alle Selbstständigen, auch für Kanzleien. Denn am Ende des Tages bestimmt der Fokus unserer Wahrnehmung, ob wir verharren oder in den akuten Problemen auch eine Chance sehen. Das kann man an ihrem Beispiel wunderbar sehen.

Aus diesem Grund wollte ich – in all den ständig schlechten Nachrichten aus der ganzen Welt, die rund um die Uhr medial auf uns einprasseln – Ihren Fokus auf etwas Positives lenken, was diese absurde, unvorhersehbare und nicht selten schwierige Situation auch hervorgebracht hat.

In diesem Sinne: Genießen Sie die kommenden Oster-Tage, die sicherlich anders werden als alle anderen Oster-Feste, die Sie bisher erlebt haben. Holen Sie etwas Luft und machen Sie das Beste aus diesem Osterfest im kleinen Kreis und holen Sie vielleicht bei Ihrem Lieblingslokal etwas „to go“.

Und wenn Sie Luft geholt haben, können Sie sich ja überlegen, ob Sie auf der richtigen Spur sind oder wie Ihre „neue Speisekarte“ aussehen soll, und Ihre neuen „To-Go-Boxen“ – im übertragenen Sinne natürlich.

Frohe Ostern!

Foto:Adobe.Stock/©gudrun