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Rückenschmerzen, Arbeitsplatz

Wenn der Beruf ins Kreuz geht

von Andrea Cantong

Rechtsanwälte und Steuerberater kennen das Phänomen: Wenn nicht gerade ein Termin außer Haus ansteht, sitzt man den ganzen Tag am Schreibtisch und arbeitet mit dem Computer. Dass ein überwiegend im Sitzen verbrachter Arbeitsalltag schlecht für die Gesundheit ist, steht nachweislich fest. Aber wenn wir schon bei der Arbeit so viel Zeit verbringen, ist der Arbeitsplatz doch ein idealer Ort, um sich neue, gesunde Gewohnheiten anzueignen. Kurz gesagt: Unternehmen, die der Gestaltung des Arbeitsplatzes einen höheren Stellenwert einräumen, können von vielen Vorteilen für ihr Geschäft profitieren.

Gesundheit als Erfolgsfaktor

Mehr Bewegung wirkt sich positiv auf Leistungsvermögen sowie Wohlbefinden aus. Arbeitnehmer sind bereits auf dem richtigen Weg, um gesünder und aktiver zu leben. Sei es durch die Nutzung von Wearables, welche die Anzahl der zwischen Besprechungen gestiegenen Treppenstufen zählen, oder die Teilnahme an einer Telefonkonferenz vom Laufband im unternehmenseigenen Fitnessstudio. Von diesem Trend können auch Kanzleien profitieren, denn aktives Arbeiten macht wirtschaftlich Sinn:

  • Mitarbeiter leiden weniger unter Haltungsproblemen
  • Fehlzeiten werden reduziert
  • Die Produktivität steigt sprunghaft an
  • Kollegen profitieren von mehr Energie und besserer Konzentration

Im Endeffekt profitieren sowohl Sie als Arbeitgeber als auch Ihre Mandanten von gesünderen und aktiveren Mitarbeitern. Ein zufriedenes und engagiertes Team ist ein ideales Aushängeschild für jede Kanzlei. Dazu sollten Sie als Arbeitgeber aktiv werden. Ein fehlendes Verantwortungsbewusstsein von Ihrer Seite ist für Ihr Unternehmen genauso schädlich wie für Ihre Beschäftigten.

Bringen Sie Schwung in den Arbeitsalltag!

Grundsätzlich ist jeder Arbeitnehmer selbst für seine Gesundheit verantwortlich. Allerdings kann ihn sein Arbeitgeber dabei unterstützen. Laut einer von Fellowes in Auftrag gegebenen Studie glauben 95 Prozent der Europäer, dass ihr Schreibtisch den größten Einfluss auf ihr Wohlbefinden am Arbeitsplatz hat. Das ist also Ihr erster Ansatzpunkt: Stellen Sie doch mal die sitzende Arbeitsweise in Frage und fördern Sie neue Verhaltensweisen, die nachweislichen Mehrwert für Gesundheit und Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter mit sich bringen.

Langfristig etwas verändern

Die Anpassung der Arbeitsplätze ist nur der erste Schritt, um langfristig Veränderungen zu erzielen. Weitere Schritte können sein:

  • Regen Sie Ihre Mitarbeiter an, alle 30 Minuten kurz aufzustehen
  • Planen Sie Besprechungen in einem anderen Teil des Büros
  • Stellen Sie ein Besprechungszimmer für Meetings im Stehen bereit
  • Hängen Sie Poster auf, die stets an die Bewegung am Arbeitsplatz erinnern oder Übungen am Schreibtisch zeigen
  • Erinnern Sie Mitarbeiter wöchentlich daran, ihre Gewohnheiten zu ändern und zum Beispiel E-Mails im Stehen abzuarbeiten
  • Organisieren Sie Arbeitsessen oder gemeinsame Aktivitäten
  • Regen Sie dazu an, die Treppen statt den Fahrstuhl zu benutzen
  • Rufen Sie dazu auf, Kollegen am Arbeitsplatz zu besuchen anstatt nur telefonisch oder per E-Mail zu kommunizieren

Der letzte Punkt verschafft Ihren Mitarbeitern und Ihnen nicht nur eine Bildschirmpause, sondern fördert die Kommunikation und Zusammenarbeit und schafft so zusätzlich ein Zusammengehörigkeitsgefühl, was sich wiederum positiv auf die Produktivität auswirkt. Gerade in einer kleinen Kanzlei mit wenigen Mitarbeitern kann das von Vorteil sein. Zudem ist es ein wichtiger Faktor für die Bindung von „High Potentials“ an Ihre Kanzlei.

Eine gute Arbeitsumgebung zieht die besten Talente an

Der Wettbewerb um die besten Talente nimmt zu. Deshalb ist es wichtiger denn je, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die sowohl heute als auch in Zukunft für Arbeitnehmer attraktiv ist. Mitarbeiter lassen sich leichter an ein Unternehmen binden, wenn sie sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und das Gefühl haben, der Arbeitgeber bemüht sich darum. Das gilt für alle Kollegen vom Empfangspersonal über Referendare und Fachangestellte bis hin zu erfahrenen Juristen. Laut der von Fellowes in Auftrag gegebenen Studie sagen mehr als die Hälfte (60 %) der HR-Manager, dass sie gute Leute wegen der Arbeitsumgebung ihrer Firma haben gehen sehen. Ist Ihrer Kanzlei das vielleicht auch schon passiert?

Ergonomische Arbeitsplätze mit Sitz-Steh-Konzepten sind dabei ein sichtbares Zeichen, dass sich Unternehmen für ihre Mitarbeiter und deren Gesundheit sowie Wohlbefinden einsetzen. Diese gelebte Wertschätzung kommt bei Mitarbeitern an und führt zu einer gesteigerten Mitarbeiterbindung.

Dranbleiben lohnt sich!

Mitarbeiter von den gesundheitlichen Vorteilen zu überzeugen, ist einfach. Aber nur weil wir wissen, dass etwas gut für uns ist, bedeutet das noch lange nicht, dass wir es sofort umsetzen. Menschen brauchen Zeit, sich eine völlig neue Arbeitsweise zur Gewohnheit zu machen. So sollten Neuerungen immer auf freiwilliger Basis eingeführt und Mitarbeiter nicht dazu gezwungen werden, von heute auf morgen ihr Arbeitsverhalten umzustellen. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Für Bequemlichkeit gibt es dennoch keine Entschuldigung. Vor allem, weil die oben beschriebenen Probleme ganz einfach gelöst werden könnten.

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