Open/Close Menu Literaturtipps
fiktives Teleskop, Fotos

Plädoyer für authentische Business-Portraits

von Tom Pingel

Welche Aufgabe haben Business-Portraits? Warum überhaupt Bilder in der Unternehmenskommunikation einsetzen? Diese und ähnliche Fragen stellen sich immer wieder, wenn es darum geht, im Kanzleimarketing aktiv zu werden, z.B. mit einer neuen Kanzleiwebsite.

Der Mensch funktioniert visuell

Etwa 85 Prozent unserer Sinneseindrücke nehmen wir visuell auf, das hat entwicklungsbiologische Ursachen. Zwar benötigen wir zum Lesen eines Textes auch unsere visuelle Wahrnehmung, hier sind aber vorwiegend analytische Kompetenzen gefragt. Bilder hingegen wirken komplex, mehrschichtig und können außerdem einen Text-Bild-Bezug herstellen. Sie wirken illustrativ, können Zusatzinformationen vermitteln und eine gestaltete Fläche formal auflockern. Mit Bildern kommunizieren wir auf unterschiedlichen Ebenen. Bilder lassen dem Betrachter Spielraum für eigene Interpretation, je nach eigenem Hintergrund und Sozialisierung die Bildinformation zu bewerten und aufzuschlüsseln.

Hinzu kommt: Der berühmte Erstkontakt findet heutzutage oftmals im Netz statt und immer häufiger wird dabei mit Bildsuchmaschinen bei der Vorfeldrecherche gezielt nach einem Portrait gesucht.

Eine Website mit authentischen Fotos kann dann Vertrauen in die dort tätigen Personen und die Kanzlei wecken. Verzichtet man im Netz auf Bilder, vermittelt das schnell den Eindruck, dass hier nur die Leistungen im Vordergrund stehen, unabhängig davon wer sie erbringt. Sehr oft wird der Besucher mit großen Textmengen überfordert und verlässt die Website schnell wieder, weil ein unvollständiges „Bild“ der Kanzlei vermittelt wird, die gestalterische Gefühlsebene findet keine Berücksichtigung.

Der erste Eindruck

Das Bild einer Persönlichkeit entsteht, wenn der Abgebildete etwas sagt, auch wenn er nicht spricht. Dieser erste Eindruck ist ein wichtiges Qualitätskriterium für gelungene Portraits. Durch eine gute Bildkomposition und das passende Licht bildet sich auch das Verhältnis zwischen Portraitiertem und Fotograf ab. Eine professionelle Fotografin, ein professioneller Fotograf, wird sich Zeit nehmen Sie kennenzulernen: Wenn Sie dann vor der Kamera stehen, sind Sie als Portraitierter im Moment des Auslösens nicht mehr selbst für Ihren Ausdruck verantwortlich.

Die Bildauswahl

Nehmen Sie sich während eines Shootings Zeit für die Bildauswahl, gemeinsam mit dem Fotografen die einzelnen Takes qualitativ und in ihrer Bildwirkung zu bewerten. So haben Sie die Möglichkeit zu beurteilen, wie eine bestimmte Körperhaltung einen Ausdruck verstärkt oder relativiert und Sie erfahren darüber hinaus vom Profi wie vielschichtig lesbar Bilder sein können.

Verzichten Sie – wenn möglich – auf vorgefertigtes Stockmaterial, vor allem wenn Personen abgebildet sind. Solche Fotos von Bildagenturen haben immer eine andere Intention als Sie und Ihre Arbeitsweise individuell darzustellen: Ein gutes Stockbild hat das Ziel, sich möglichst oft zu verkaufen. Es wird sich zwangsläufig um ein Motiv handeln, das möglichst klischeehaft in denkbar viele Branchen passt. Unabhängig davon, müssen Sie damit rechnen, dass dasselbe Foto von Wettbewerbern eingesetzt wird. Auch wenn es sich um gute Motive handelt, Sie zeigen sich mit solchen Agenturmotiven austauschbar und verschenken die Möglichkeit, sich authentisch zu präsentieren.

Mehr als fachliche Qualifikation

Mit authentischen Business-Porträts nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Persönlichkeit, die eigene Haltung und das Unternehmen darzustellen. Das geht über die fachliche Qualifikation hinaus und Sie erlauben Ihren Kontakten den „Sympathiefaktor“ zu checken. Zeigen Sie sich und Ihr Team auf vielfältige Weise. Erfolgreiche Projekte entstehen meistens, wenn sich Geschäftspartner auf persönlicher Ebene gut verstehen, Sympathie darf entscheiden.

Wie findet man den richtigen Fotografen?

Nutzen Sie bei der Suche nach dem richtigen Fotografen für Business-Portraits das Impressum einer anderen Website. In der Regel sind die Bildautoren dort genannt, zumindest legen sie Wert darauf, sofern sie nicht selbst das Gefühl haben, eine beliebig austauschbare Dienstleistung zu erbringen.

Erkundigen Sie sich bei Branchendiensten oder Mitbewerbern, wer die Bilder für die Webseiten gefertigt hat, die Ihnen zusagen. Laden Sie einen Fotografen zum Vorgespräch in Ihre Kanzlei ein. Besprechen Sie mit dem Fotografen oder der Fotografin, was Sie sich vorstellen, wofür Sie die Fotos einsetzen wollen und lassen Sie sich ein individuelles Angebot erstellen. „Googeln“ nach „Portrait“, „bester Preis“ und „in der Nähe“ wird sich exakt im Bildergebnis wiederfinden: Setzen Sie den Preis für gute Bilder doch einmal in Relation zu Ihrer Kanzleimiete.

Qualität darf etwas kosten – schließlich profitieren Sie im Zweifel jahrelang von guten Fotos.

Zusammenfassung

Professionelle und passende Business-Portraits…

  • passen zum Corporate Design des Unternehmens und sind ein wesentlicher Teil davon,
  • verfügen über eine schnelle und unmittelbare „Lesbarkeit“,
  • wirken imagebildend – nach innen und außen,
  • können beliebig stilisiert werden: perfekt ausgeleuchtet, „fashion-like“,
  • als „Street Art“, künstlerisch überhöht oder im Reportage-Stil
  • lassen dem Betrachter Spielraum für eigene Interpretation,
  • entstehen, wenn sich das Verhältnis zwischen Fotograf und Portraitiertem abbilden darf,
  • formulieren Anspruch und Haltung,
  • zeigen einen „persönlichen Moment“,
  • stellen jenseits von Stereotypen die Stärken eines Individuums dar.

Foto: Fotolia.com/Viacheslav Iakobchuk

© 2016 kanzleimarketing.de