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Podcast

Haben Sie sich schon gefragt, ob es Sinn macht, einen Podcast aufzunehmen? Wenn ja, dann geht es uns jedenfalls ähnlich. Ich habe mich getraut und bringe seit kurzem unseren eigenen Kanzlei-Podcast heraus. Und ohne große Umstände ist dieser schon in den einschlägigen Streaming-Diensten verfügbar. Das geht alles erstaunlich einfach.

Der folgende Text soll einen kleinen Überblick darüber geben, wie man selbst podcasten kann und was dafür notwendig ist.

Am Anfang steht die Idee

Am Anfang steht wohl ohne große Diskussion immer die Idee. Ich will gerne podcasten, aber was möchten die Leute von mir hören? Welches Thema kann ich bieten? Möchte ich allein sprechen oder mit anderen zusammen und sollen es immer die gleichen Personen sein? Wann finde ich die Zeit hierfür? Kurz gesagt, zu Anfang muss ein Konzept her.

Ich habe mich zunächst gefragt, wie ich es schaffe, das schwer verdauliche Thema „Jura“ anzubieten. Ich kenne jedenfalls Menschen, die sofort abschalten, wenn ich anfange über Jura zu sprechen – aber auch die will ich abholen. Daher war mein erster Gedanke: zehn bis 15 Minuten pro Podcast, nicht mehr. So ist eine Folge meiner Podcasts ein kleiner Snack für die Ohren zwischendurch.

Es geht mir auch nicht darum, meine potenziellen Hörer gezielt fortzubilden, sondern vielmehr darum, etwas Amüsement mit Gehalt anzubieten. Als großes Thema habe ich mir deshalb Recht im Kontext überlegt. Ich schaue mir rechtliche Themen an, das können Urteile oder auch einfach nur Ereignisse sein, und setze diese in den praktischen Kontext. Die Grundthemen spielen sich dann natürlich in meinen Rechts- bzw. Fachgebieten ab.

Mit diesem allgemeinen Ansatz werde ich jedoch nicht direkt neue Mandanten finden, das ist aber auch nicht mein primäres Ziel. Mein Ziel ist es, vielmehr mediales Grundrauschen zu erzeugen.

Thema ist nicht alles, es geht um die Art der Kommunikation

Unabhängig davon, ob ich meine Hörer weiterbilden oder einfach nur was fürs Gemüt anbieten will, muss ich mir Gedanken machen, wie ich kommuniziere.

In unserem Umfeld ist es z. B. üblich, locker zu kommunizieren und zu duzen. Das passt natürlich nicht zu allen Anwälten bzw. Steuerberatern und Personen. Doch auch wenn man siezt, muss man sich bewusst machen, dass es beim Podcasten auch darum geht, eine gewisse Nähe zu schaffen. Immerhin gibt es nun Personen, die all ihre Aufmerksamkeit auf den Podcast richten. Es hat fast etwas Intimes, einen Podcast mit Kopfhörern zu hören und die Außenwelt extra für die sprechenden Personen auszuschließen.

Daher wäre eine zu steife Darstellung wohl auch etwas anstrengend. Es ist wie fast immer: Man muss ein gutes Mittelmaß finden und sich präsentieren, wie man wirklich ist.

Neben dem Klang, ist zudem die verwendete Sprache von Bedeutung. Hier kommt eine Kernkompetenz von Anwältinnen/Anwälten und Steuerberater/innen ins Spiel: juristischen bzw. steuerrechtlichen Kontext für die Allgemeinheit übersetzen. Ich bin jedenfalls der Überzeugung, dass die meisten weder Paragrafen noch Aktenzeichen oder juristische Lustvokabeln interessieren. Wichtig ist eher verständliches Deutsch in Verbindung mit verständlichen Situationen, die jeder kennt.

Welche Technik braucht man für den eigenen Podcast?

Bei der Technik ist die Hürde nicht sonderlich hoch. Man kann bereits mit einer kurzen Suche im Internet günstige Mikrofone für unter 100,00 € finden, die den Ansprüchen an einen Podcast genügen.

Hat man seine erste Folge aufgenommen oder sogar mehrere, ist im Anschluss noch ein wenig technischer Sachverstand von Nöten, um die Folge(n) „abzumischen“. Hier geht es darum, störende Hintergrundgeräusche zu entfernen und die Stimme ggf. etwas zu „tunen“.

Um das selbst zu lernen, benötigt man eine Mischung aus Zeit und etwas Verständnis für die Sache. Selbstverständlich kann man sich in ein Tonstudio begeben und die Hilfe von Profis in Anspruch nehmen. Das hat den weiteren Vorteil, dass diese die Podcast-Folge auch gleich abmischen und mit einem Intro versehen können. Hier gilt es also entweder Zeit oder Geld zu investieren, eines von beiden sollte ja eigentlich vorhanden sein.

Zur Veröffentlichung eines Podcasts kann man sich eines Dienstleisters im Internet bedienen. Diese helfen einem, die jeweilige Folge einfach zu beschreiben bzw. neudeutsch zu „taggen“ und können den Podcast direkt an Streaming-Dienste wie Apple Music, Spotify oder YouTube ausliefern. Das kann man selbstverständlich auch selbst machen. Das ist jedoch viel Arbeit und steht in keinem Verhältnis zu den günstigen Angeboten der jeweiligen Dienstleister.

Werbung, Feedback und weitere Folgen

Ist der Podcast in der Welt, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass die Hörer ihn im Meer der Podcast-Angebote von allein finden. Daher ist die letzte Aufgabe, sich selbst oder mithilfe von Profis zu überlegen, wie man den Podcast an den Mann bekommt.

Hier gibt es kein Allgemeinrezept. Die Art und Weise der Bewerbung hängt mit der Zielhörerschaft zusammen und variiert dementsprechend. Die Kommunikation mit den Hörern sollte im Anschluss nicht nur einseitig geführt werden. Es ist wichtig, nach Feedback zu fragen, um den Podcast auch weiterhin zu verbessern. Hier kann man sich, wie auch bei der Werbung, verschiedener Modelle bedienen, die ebenso im Zusammenhang mit der Zielhörerschaft stehen.

Mein Fazit zum Thema Podcast für Anwälte und Steuerberater

Zusammengefasst ist der Kern eines jeden guten Podcasts ein interessantes Thema, das gut präsentiert wird. Technik und Erfahrung sind zweitrangig! Klar kann das nerven, aber guter Inhalt besticht immer. Und wenn Sie mal bei mir reinhören wollen: Mein Podcast ist der KTR-Podcast.

Foto: Adobe Stock/maicasaa

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