virtuelle Vorstellungsgespräche

Digitales Recruiting Teil 2: Social Media & virtuelle Vorstellungsgespräche

Lesen Sie im ersten Teil der Artikelreihe mehr darüber, wie Sie es schaffen, eine ansprechende Stellenanzeige zu formulieren und die besten Bewerber und Bewerberinnen für sich zu gewinnen.

Kandidaten und Kandidatinnen, die sich für Sie und Ihre Kanzlei interessieren, nutzen auch die Möglichkeiten der Suchmaschinen, um sich im Vorfeld über Sie und Ihr Team zu informieren. Prüfen Sie bitte regelmäßig, wie und mit welchen Inhalten Sie über die Suchmaschinen auffindbar sind.

Betrachten Sie Social Media wie einen großen Stammtisch

Der gesamte Social Media-Bereich in privaten sowie beruflichen Netzwerken erlebt in Zeiten von persönlichen Kontaktbeschränkungen einen regelrechten Boom. Für einen Großteil der Menschen stellt Social Media derzeit das Fenster zur Außenwelt dar. Die Plattformen bieten Raum für Austausch und Unterhaltung.

Betrachten Sie Social Media deshalb in der heutigen Zeit bitte wie einen großen Stammtisch. Sie treten mit potenziellen Kandidaten und Kandidatinnen in einen zwischenmenschlichen Dialog. Unterschätzen Sie das bitte nicht. Social Media ist Beziehungsarbeit.

Denken Sie darüber nach, was Sie sagen möchten und wie Sie es am besten ausdrücken können (Text/Video/Foto). Finden Sie heraus, wo Ihre Wunschkandidaten und -kandidatinnen unterwegs sind. Je nach Generation ist LinkedIn oder Xing besser als Facebook. Jüngere Kandidaten und Kandidatinnen erreicht man wiederum eher weniger über Businessportale. Letztlich müssen Sie bei der Wahl der Mittel in den meisten Fällen auf mehreren Hochzeiten tanzen.

Halten Sie Ihre Glaubwürdigkeit aufrecht

Auch in den sozialen Medien empfehle ich Ihnen dringend, Ihre Glaubwürdigkeit aufrechtzuerhalten. Ein Beispiel: Es bringt Ihnen nichts, sich als fortschrittliche und attraktive Arbeitgeberkanzlei zu präsentieren, wenn mehrere schlechte Bewertungen in Arbeitgeberportalen über Sie zu finden sind. Gleiches gilt für eine überalterte Website.

Und noch etwas: Jeder Social-Media-Kanal hat seine eigene Kultur. Richten Sie sich bitte danach und seien Sie sich bewusst, in welchem Kanal Sie kommunizieren möchten. In einigen Kanälen ist das „Du“ inzwischen gesellschaftsfähig. Wenn Sie sich damit nicht identifizieren möchten, wählen Sie besser andere Kanäle.

Nehmen Sie Social Media ernst

Und zum guten Schluss: Seien Sie authentisch.

Wir reden hier über soziale Medien. Es geht immer um ein freundliches Miteinander.

Nehmen Sie Social Media ernst!

Hat es dann geklappt mit Ihren Bemühungen und haben Sie das Interesse der Kandidatinnen und Kandidaten auf Sie und Ihre Kanzlei lenken können, geht es sogleich an die nächste Hürde: Das virtuelle Vorstellungsgespräch.

Schaffen Sie die Voraussetzungen für virtuelle Vorstellungsgespräche

Um den Eindruck als professioneller und moderner Arbeitgeber zu festigen, sollten Sie die richtigen Voraussetzungen schaffen. Tauschen Sie sich bitte mit der Bewerberin oder dem Bewerber rechtzeitig über die genutzte Technik aus. Ob MS Teams, Zoom, Skype, etc. zum Einsatz kommen, spielt letztlich keine Rolle. Allerdings muss Ihr Wunschkandidat sich im Vorfeld vielleicht noch passende Apps herunterladen. Es wäre ein unschöner Anfang für beide Seiten, wenn dies während des Interviews passieren muss.

Für den Notfall empfehle ich in jedem Fall, die Telefonnummer des Kandidaten oder der Kandidatin parat zu haben.

Beachten Sie bitte bei der Dauer des Videogesprächs, dass ein Gespräch per Video deutlich anstrengender ist, als ein persönliches Gespräch. Wenn möglich, sollte das Videointerview nicht länger als eine Stunde dauern.

Vorstellungsgespräche per Video bieten durchaus Vorteile

Ein virtuelles Vorstellungsgespräch ersetzt letztlich nicht das persönliche Gespräch. Es bietet Ihnen allerdings eine sehr gute Möglichkeit, sich ein präziseres Bild von Ihrem Wunschkandidaten oder Ihrer Wunschkandidatin zu machen. Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Vorstellungsgespräch per Video durchaus viele Vorteile bietet. Der Bewerberin oder dem Bewerber bleiben stressige Anreisen erspart und der Prozess des Erstgesprächs wird insgesamt deutlich schneller und unkomplizierter.

Das virtuelle Vorstellungsgespräch sollte ähnlich aufgebaut sein, wie das persönliche Gespräch in Ihrem Büro. Wie so oft im Leben ist allerdings eine gute Vorbereitung wichtig.

Tipps für virtuelle Vorstellungsgespräche

Sofern von Kanzleiseite aus weitere Personen an dem Interview teilnehmen sollen, sorgen Sie bitte dafür, dass jeder die Möglichkeit erhält, sich vorzustellen und eine Person die Funktion des Hauptinterviewers übernimmt. Dieser sollte durch das Gespräch führen und dafür sorgen, dass nicht durcheinandergeredet wird. Nach einem kurzen Smalltalk stellen Sie bitte sich und Ihre Kanzlei vor. Auch hier gilt: Bleiben Sie weiterhin glaubwürdig und vermeiden Sie Aussagen, die sich nicht mit den Aussagen in Ihrer Stellenanzeige oder Ihrer Website decken.

Im weiteren Verlauf erhält sodann der Kandidat die Möglichkeit, sich vorzustellen.

Mitunter gestaltet es sich nicht immer ganz einfach, per Video Blickkontakt zu halten. Wenn Sie das Videofensters Ihres Gesprächspartners verkleinern und direkt unter die Laptop-Kamera positionieren, gelingt das aber sehr gut.

Wichtig: Lassen Sie die Kandidaten und Kandidatinnen ausreden. Aufgrund kleinerer Zeitverzögerungen kann das oftmals zur Herausforderung werden. Achten Sie also darauf, ob die Bewerberin oder der Bewerber eine Aussage zu Ende gebracht hat, bevor Sie antworten. Setzen Sie außerdem Ihre Mimik und Gestik ein – ganz wie in einem persönlichen Gespräch.

Fazit – Recruiting-Aktivitäten nicht aufgrund der Pandemie aufschieben

Trotz aller Einschränkungen besteht kein Grund, Ihre Recruiting-Aktivitäten auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen. Gerade jetzt können Steuerberater:innen und Rechtsanwält:innen mit einem krisensicheren Arbeitsplatz einen besonderen Stellenwert im Bewerbermarkt einnehmen. Die vergangenen Monate haben uns außerdem gezeigt, dass Homeoffice durchaus eine Alternative zum präsenten Arbeiten darstellt. Das öffnet auch Mitarbeiter:innen Türen, die aufgrund Kinderbetreuung eine feste Anstellung bisher nicht in Erwägung gezogen haben.

Alles geklärt? Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Bleiben Sie gesund!


Lesen Sie im ersten Teil der Themenreihe „Digitales Recruiting“ wie Sie es schaffen, eine ansprechende Stellenanzeige zu formulieren und die besten Bewerber und Bewerberinnen für sich zu gewinnen.


 

Foto: Adobe Stock/©fizkes