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Lupe & Tastatur - bildlich für Suche im Internet - Anwaltssuchdienste als Element Kanzleimarketing

Manchmal hat man den Eindruck, sie schießen wie Pilze aus dem Boden: Anwaltssuchdienste. Aber bringen Profile und Einträge bei anwalt.de, fachanwalt.de, der Deutschen Anwaltshotline, dem Anwalt-Suchservice und Co. überhaupt etwas?

Vielzahl von Anbietern

Ich wundere mich immer wieder, wie viele Anwaltssuchdienste tatsächlich inzwischen auf dem Markt existieren. Googelt man „Anwaltssuchdienst“ landet man relativ schnell auf dieser Übersicht, die zwar sehr umfangreich, aber noch lange nicht abschließend ist.

http://www.jurawiki.de/AnwaltSuche

Die Vielzahl von Anbietern macht es leider nicht einfacher, den richtigen Anwaltssuchdienst für sich zu finden. Die Leistungen sind oft sehr unterschiedlich – die Preise auch. Davon sollte man sich aber nicht verwirren lassen oder den Kopf in den Sand stecken. Denn schaut man sich die Seiten der einzelnen Anbieter an, bemerkt man schnell viele Unterschiede: einerseits in der Optik – nicht ganz unwichtig für den Ratsuchenden! – und andererseits hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit für Anwalt und Ratsuchende. Als Anwalt ärgert man sich, wenn man sich nicht unkompliziert registrieren kann, wenn man schon den Entschluss gefasst hat, sich anzumelden. Als Ratsuchender verlässt man die Seite schnell, wenn man nicht findet, was man sucht.

Probieren Sie einfach einmal Folgendes: Geben Sie in das Suchfeld verschiedener Anbieter das Rechtsgebiet ein, in dem Sie beraten, und die Stadt, in der Ihre Kanzlei ist. Wenn viele Treffer angezeigt werden, ist das Portal offenbar recht beliebt bzw. läuft gut – wenn Sie nicht gerade Agrarrecht in Worpswede machen. Das spricht für ein Portal. Und das Suchergebnis spricht außerdem für sich: Bekommen Sie das angezeigt, was Sie suchen? Wenn ja, prima – wenn nein, Finger weg!

Macht ein Eintrag überhaupt Sinn?

Kurz und knapp: Ja, wenn man den richtigen Anwaltssuchdienst findet, der auch von Ratsuchenden genutzt wird. Und dann kann es sogar Sinn machen, sich bei mehreren Portalen mit einem Profil anzumelden – das gilt auch, wenn Portale Geld kosten.

Warum? Das sollen zwei Anbieter in ihren Erklärvideos doch einfach selbst erklären:

anwalt.de

anwalt24.de

Es macht also aus ganz unterschiedlichen Gründen Sinn, sich bei Suchdiensten zu registrieren. Vor allem aber, weil Sie dort in der Regel mit Ihrem Profil besser gefunden werden, als mit Ihrer eigenen Website. Ich selbst werde über mein Profil bei anwalt.de zum Beispiel sehr oft gefunden – von meinem Profil aus besuchen Ratsuchende meine Website und nehmen dann Kontakt auf. Profil und Website zusammen überzeugen – der Einstieg ist aber meist das Profil.

Außerdem ist es ein Gerücht, dass nur „schlechte“ Mandate über Anwaltssuchdienste akquiriert werden. Denn inzwischen sucht fast jeder im Internet nach einem Anwalt und das angenehme „Grundrauschen“, über das sich zugegebenermaßen alle Anwälte freuen, ist allemal mithilfe eines Suchdienstes drin. Dafür kann man auch Kosten von ca. 40 Euro im Monat für die hochpreisigen Angebote von Suchdiensten in Kauf nehmen.

Profil mit Qualität: Nur wer sich abhebt, akquiriert!

Klar ist aber: Auch hier müssen Sie sich von der Masse abheben, vor allem bei großen Portalen mit vielen Einträgen. Wenn Sie bei einem Anwaltssuchdienst ein Profil haben, das Sie nicht selbst gestalten können (Logo, Foto, Texte etc.) und das aussieht wie ein Telefonbucheintrag, bringt Ihnen das wenig. Gut, es bringt Ihnen einen Link auf Ihre Website zur Suchmaschinenoptimierung, aber Offpage-Optimierung ist wieder ein anderes Thema. Es muss im Profileintrag klar werden können, wer SIE sind und was SIE auszeichnet. Und das müssen SIE gestalten können. Haben Sie sich für einen Profileintrag entschieden: Gestalten Sie ihn so gut und individuell wie möglich! Foto, Logo, suchmaschinenoptimierte, verständliche Texte. Vor allem mit einem guten Foto[1] heben Sie sich in der Trefferliste von anderen Kollegen ab und verleiten Ratsuchende dazu, Ihr Profil näher zu betrachten! Wenn dann in Ihrem Profil alles aufgeräumt und verständlich ist, ist das schon die halbe Miete …

Ich bereue es jedenfalls nicht, dass ich als Rechtsanwältin ein Profil bei einem der großen Suchservices habe – googeln Sie doch einmal meinen Namen und suchen mich. Und nein, ich mache keine (bezahlte) Werbung für dieses Portal. Ich habe gerade in den letzten Wochen wieder viele Mandatsanfragen aus dem Nichts erhalten, die über mein Online-Profil kamen – man kann seine Mandanten ja so etwas fragen … Investieren Sie also ruhig in Profile bei großen, gut aufgestellten Anwaltssuchdiensten, bei denen Sie individuell auftreten können. Das ist eine prima Ergänzung zu Ihrer Website! Legen Sie Wert auf ein gepflegtes, professionelles Profil – dann ist das eine sinnvolle, überschaubare Investition.

Bild: Brian Jackson / Fotolia.com

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von Pia Löffler

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